Erforscht

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Liebe ist nicht immer nur schön. Liebe kann auch wehtun. Nicht nur, wenn man sich trennt, sondern auch, wenn in einer Beziehung Wünsche und Gefühle nicht beachtet werden, wenn man Gewalt erlebt oder wenn man gewalttätig wird. Forscherinnen der Hochschule Fulda haben sich für dieses Thema interessiert und Schülerinnen und Schüler an hessischen Schulen zu ihren Erfahrungen mit Gewalt in Beziehungen befragt. Die Schülerinnen und Schüler waren 14 – 17 Jahre alt. Die Hochschule hat untersucht, wie oft solche Taten geschehen und nach den Auswirkungen von grenzüberschreitendem Verhalten gefragt, um mögliche Projekte zu entwickeln, die Gewalt in Beziehungen Jugendlicher vorbeugen.

Fast 8 von 10 der befragten Jugendlichen  hatten bereits erste Verabredungen oder Beziehungen. Mehr als  6 von 10 dieser Mädchen und Jungen haben mindestens einmal eine Form von grenzüberschreitenden Verhalten oder Gewalt erfahren.

Am häufigsten berichten die Schülerinnen und Schüler davon, in eine emotional schwierige Situation gekommen zu sein. Sie wurden kontrolliert, beschimpft, zu Handlungen gezwungen oder bedroht.

Etwa jedes vierte Mädchen und jeder achte Junge haben in ihrer Verabredung oder ersten Beziehung sexualisierte Gewalt erlebt und wurden u.a. zu ungewollten sexuellen Handlungen genötigt.

Etwa jedes zehnte Mädchen und jeder zehnte Junge berichteten in der Befragung von körperlichen Übergriffen wie Schubsen, Ohrfeigen, Schlagen oder Festhalten.

Solche Erfahrungen haben besonders oft die Mädchen und Jungen gemacht,

  • die sich von anderen unter Druck gesetzt fühlen, eine feste Beziehung zu haben.
  • deren Freunde zu aggressivem Verhalten anderen Jugendlichen gegenüber neigen.
  • deren Freunde sich speziell in Liebesbeziehungen oder bei Dates aggressiv verhalten.
  • die in ihrer Familie körperliche Gewalt erlebt oder gesehen haben.

Vor allem bei Mädchen haben schwierige Erfahrungen in Liebesbeziehungen oder bei Dates zu Ärger oder Angst geführt. Manche Jugendliche berichteten von Konzentrationsschwierigkeiten, von veränderten Gewohnheiten oder von dem Gedanken, es sei besser, nicht mehr da zu sein. Wer solche Erfahrungen gemacht hat, hat insgesamt eine schlechtere Lebensqualität.

Hilfe würden sich die meisten Jugendlichen bei ihren Freunden holen.

Die Forscherinnen der Hochschule Fulda schließen aus diesen Ergebnissen, dass es einen großen Handlungsbedarf an präventiven Maßnahmen gibt. Sinnvoll erscheint z.B. die Entwicklung von Projekten für Jugendliche zu diesem Thema. Diese Projekte sollen möglichst früh bei Jugendlichen ansetzen, damit sie ihre Grenzen kennen- und aufzeigen lernen.

Es ist wichtig, zu lernen und zu verstehen, wie respektvoller Umgang gelingt, damit es erst gar nicht zu Grenzüberschreitungen und körperlichen oder seelischen Folgen kommt. Das Projekt „Grenzgebiete“ ist solch eine präventive Maßnahme.

In dem folgenden Artikel  soll dieses Projekt beispielhaft vorgestellt werden.

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