Was tun, wenn ich betroffen bin?
Jan08

Was tun, wenn ich betroffen bin?

Es ist nicht deine Schuld. Deine Freundin oder dein Freund ist für sein oder ihr Handeln selbst verantwortlich. Du bist nicht allein. Vielen Menschen geht es so wie dir. Du musst das nicht ertragen, denn niemand verdient so etwas. Setze Grenzen. Nimm Abstand und gehe deiner eigenen Wege. Es kann sein, dass du dich dafür trennen und jeden Kontakt abbrechen musst. Hole dir Hilfe und Unterstützung. Vertraue dich anderen an. Erzähle ihnen, was dich bedrückt. Manchmal tut es gut, wenn jemand anderes die Wahrheit kennt. Lass dich zu einer Beratungsstelle in deiner Nähe begleiten. Dort wird dir zugehört und es können, falls du es willst, weitere Schritte unternommen werden. Alles bleibt vertraulich. Du allein bestimmst, was du erzählst und was nicht. Dort hört dir jemand zu und gibt dir Tipps wie du die Situation für dich verbessern kannst. Wenn du nicht magst, brauchst du auch deinen Namen in der Beratung nicht Preis zu geben. Du musst auch keine Angst haben, dass etwas weiter erzählt wird, das Beratungsteam muss schweigen. Oder es hört dir einfach nur zu. Kim „Es ist noch gar nicht so lange her, da ging es mir echt schlecht. Ich wurde von meiner großen Liebe grob behandelt und manchmal auch geschubst oder geschlagen. Ich dachte, dass es an mir läge, dass ich Schuld bin und vielleicht durch Nörgeleien oder ständige Streitereien selbst provoziert habe, dass ich so behandelt werde. Weil ich mir nicht sicher war, ob ich selbst vielleicht Schuld an dieser Situation hatte, habe ich lange niemandem davon erzählt. Irgendwann habe ich dann doch mal einem Freund davon erzählt, wie ich mich fühle und warum ich in letzter Zeit so komisch war. Mein Freund hat ewig auf mich eingeredet, dass ich mir Hilfe suche. Und irgendwann hab ich‘s zum Glück gemacht: die „Nummer gegen Kummer“ . Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie mein Herz geschlagen hat – wie soll ich alles erklären, was soll ich sagen? Wird es peinlich darüber zu sprechen? Als dann plötzlich eine nette Frau am Hörer war, hab ich einfach erzählt (ich war so aufgeregt, dass alles aus mir herausgesprudelt ist). Allein das Erzählen tat richtig gut! Ich habe mich mit meinen Sorgen ernst genommen gefühlt, sie hat nicht gelacht oder so, sondern mir viele Tipps gegeben. Wir haben dann zusammen überlegt, wer mir außerdem helfen kann und was ich selbst tun kann. Am meisten ist mir aber im Gedächtnis geblieben, dass sie mir erklärt hat, dass ich nicht Schuld an dem bin, was mit mir passiert ist.“...

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Wenn andere betroffen sind?
Jan08

Wenn andere betroffen sind?

Du merkst, dass eine Freundin oder ein Freund sich in letzter Zeit verändert hat. Sie oder er hat sich zurückgezogen, unternimmt kaum noch etwas und ist oft sehr nervös. Vielleicht hast du sogar blaue Flecken oder Wunden gesehen, obwohl sie kaschiert waren. Wenn du die Person darauf ansprichst, bekommst du ausweichende Antworten oder komische Geschichten erzählt. Deshalb bist du dir unsicher, wie du dich verhalten sollst, möchtest aber unbedingt helfen. Du warst noch nie in so einer Situation und bist auch kein Experte. Sprich sie nochmal in Ruhe und unter vier Augen darauf an und zeige, dass man dir vertrauen kann. Wichtig ist, dass du für sie oder ihn da bist und deine Hilfe anbietest. Mache deutlich, dass sich etwas ändern muss. Denke immer daran, den ersten Schritt zu machen und mit jemandem zu sprechen fällt schwer, also versuche geduldig mit deiner Freundin oder deinem Freund zu sein. Unterstelle nichts, gib niemandem die Schuld. Du kannst den Vorschlag machen, eine Beratungsstelle zu besuchen und erklären, was dort genau passiert (siehe Wie läuft das ab? ). In Beratungsstellen gibt es qualifizierte Fachkräfte, die wissen was zu tun ist und die helfen können. Falls deine Freundin oder dein Freund sich dir immer noch nicht anvertraut, dann kannst du dich auch bei einer Beratungsstelle oder einer Hotline informieren und beraten lassen, was du am besten tun kannst. Du kannst dir sicher sein, dass alles was du sagst, anonym bleibt und dass du keine Namen nennen...

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Wen kann ich fragen?
Jan08

Wen kann ich fragen?

Es gibt verschiedene Einrichtungen und Arten von Beratung, die dir bei Gewalt in der Beziehung helfen. Hilfetelefone kannst du meist 24 Stunden, also Tag und Nacht, anrufen, um dich telefonisch beraten zu lassen. Hier bekommst du Antworten auf deine Fragen und viele Informationen zu Hilfsmöglichkeiten. An deiner Schule gibt es Schulsozialarbeiterinnen bzw. –arbeiter und Vertrauenslehrerinnen bzw. -lehrer. Sie können dir bei Problemen mit deiner Freundin oder deinem Freund helfen. Beratungsstellen kannst du zu den Öffnungszeiten direkt aufsuchen oder dir auch einen Termin geben lassen. Dort bekommst du professionelle Hilfe und Unterstützung von Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen oder Psychologinnen. Du kannst dort alles über deine Ängste, Zweifel und Probleme erzählen. In Selbsthilfegruppen kannst du dich mit anderen Betroffenen darüber austauschen, was ihr erlebt habt. Außerdem kannst du dich darüber informieren, wie andere damit umgehen. An Notrufe kannst du dich wenden, wenn du von sexueller oder körperlicher Gewalt betroffen bist. Auch hier wirst du professionell beraten und unterstützt. Dort kannst du dich auch dann hinwenden, wenn du spontan und dringend Hilfe oder Unterstützung brauchst. In Frauenhäusern oder Mädchen-Wohnungen, die 24 Stunden am Tag erreichbar sind, kannst du gehen, wenn du direkt von körperlicher Gewalt betroffen bist und nicht weißt, wo du hinsollst oder an wen du dich wenden kannst. Notunterkünfte bieten dir Schutz vor der Person, die dir mit Gewalt droht oder dir Gewalt angetan hat und nehmen dich für einige Zeit auf, wenn du das möchtest. Wenn du durch deine Freundin oder deinen Freund verletzt oder vergewaltigt worden bist, gehe sofort zum Arzt, z.B. in die Notaufnahme eines Krankenhauses und lass dich behandeln. Auch dort musst du dich nicht schämen. Die Beschäftigten sehen Misshandlungen häufiger als du denkst. In manchen Orten gibt es sogar extra Einrichtungen im Krankenhaus für Menschen, die Gewalt erlebt haben. Deine Verletzungen können auf deinen Wunsch hin von einer Ärztin oder einem Arzt so dokumentiert werden, dass du die Aufzeichnungen später verwenden kannst, wenn du dir nach einiger Zeit überlegst, dass du gerne eine Anzeige machen...

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Wie läuft das ab?
Jan08

Wie läuft das ab?

Wenn du dich dazu entschlossen hast, zu einer Beratungsstelle zu gehen und dir helfen zu lassen, musst du keine Angst haben, dass jemand etwas davon erfährt. Auf deinen Wunsch hin bleibt alles anonym. Dort arbeiten Beratungs-Profis, die dir zuhören und dir sagen, wie du dich am besten verhalten sollst oder was du machen kannst. Du kannst ja erst einmal zu einem Beratungsgespräch gehen und über deine Situation sprechen. Dann kannst du dir anhören, was sie vorschlagen und überlegen, ob du wiederkommst oder nicht. Wenn du wirklich willst, dass sich deine Situation ändert, ist es sinnvoll, dauerhafte Hilfe und Unterstützung anzunehmen. In weiteren Gesprächen wird dann mit dir abgeklärt, welche Möglichkeiten es gibt, um deine Situation zu verbessern. Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass du die Person, die dir gegenüber Gewalt verübt hat, bei der Polizei anzeigst. Die Entscheidung dafür triffst aber alleine du, niemand kann dich zu so einem Schritt zwingen. Du wirst über deine Rechte aufgeklärt und wenn du magst, wirst du dabei unterstützt, weitere Kontakte herzustellen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen helfen dir auch gerne im Umgang mit Behörden und bei Terminen mit der Polizei und bei Gericht. Du wirst dabei unterstützt, wieder ein normales Leben ohne Angst führen zu können und ohne, dass du dich für das, was dir widerfahren ist, schämen musst. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil: Es beweist Mut und Stärke – die Stärke, für die eigenen Probleme einzutreten und beängstigende Situationen zu bewältigen. Sarah „Oh Mann, ein riesengroßes Veilchen ums Auge… Ich hatte einen ziemlich heftigen Streit mit Patrick, meinem Schwarm. Wir haben uns erst gegenseitig angeschrien und diskutiert. Aber auf einmal rastete er aus und schleuderte mir eine volle Plastikflasche entgegen – Zack, mitten ins Gesicht. Oh Gott was hat mein Kopf gedröhnt. Weil ich so perplex war, musste ich mich erstmal hinsetzen. Später hat sich Patrick tausend Mal entschuldigt, aber in der Situation hatte ich Angst, dass er vielleicht sogar weiter auf mich einschlägt. Ich solle das ja niemandem erzählen, hat er dann bei der Entschuldigung gesagt! Aber vor meiner Mutter zuhause konnte ich den blauen Fleck ja schlecht verstecken. Sie war richtig geschockt und ist gleich mit mir ins Krankenhaus gefahren. Ich wollte das erst gar nicht, weil ich Patrick ja auch keinen Ärger machen wollte und peinlich war mir das auch. Der Arzt im Krankenhaus hat dann aber gesagt, dass es gut war, dass ich gekommen bin. Auch bei leichteren Verletzungen ist es ganz wichtig abzuklären, dass man keine innerlichen Schäden davon getragen hat, die man nicht immer gleich sehen oder fühlen kann, hat er gesagt. Daran hatte ich selbst gar nicht gedacht. Das...

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Beratungsangebote finden
Jan08

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Hier findest du viele verschiedene Links zu Beratungsstellen in deiner Umgebung.

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